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Historisches - Seite 3

Haus II (in Abriss) der Chemischen Institute der Universität zu Köln, Fotograf: Georg Grün, Februar 1976

Nach der Emeritierung von Prof. Darapsky im Jahr 1939 wurde Prof. Kurt Alder, der sich 1930 unter Otto Diels habilitiert und danach in der Forschung des Werks Leverkusen der I.G. Farben gearbeitet hatte, zum Direktor des Chemischen Instituts ernannt.

Der 1940 zum Abteilungsvorsteher für Analytisch-Anorganische Chemie ernannte Willi Hacker löste in dieser Funktion Prof. Wintgen ab, der sich erst jetzt voll seinem Ordinariat am Institut für Physikalische Chemie und Kolloidchemie widmen konnte. Zwischen 1925 und 1940 fanden 112 Promotionen mit Hauptfach Chemie statt.

Nach Kriegsende konnten im Institut bis zum Wintersemester 1947/48 keine chemischen Praktika abgehalten werden, weil die Stadtgasversorgung unterbrochen war. Erst als 400 Freiwillige aus der Studentenschaft der Naturwissenschaften und der Medizin in 12 Wochen des Sommers 1947 6000 m Gasleitung zwischen Maarweg und Zülpicher Straße aufgruben und nach erfolgter Abdichtung wieder zuschütteten, konnte Prof. Alder dem Kuratorium brieflich mitteilen, dass "der Institutsbetrieb wieder voll aufgenommen werden" könne.

1950 wurde Kurt Alder zusammen mit seinem Lehrer Otto Diels der Nobelpreis für Chemie verliehen. Die preiswürdige Entdeckung des Dien-Syntheseprinzips war ihnen schon 1927 gelungen. Die Stadt Köln und das Land NRW bewilligten zur Ehrung des ersten Nobelpreisträgers der Universität Sondermittel, die den Ausbau des noch mit Infektionskranken belegten Hauses I des Augusta-Hospitals mit Laboratorien ermöglichten. Inzwischen war ein Überhang von ca. 300 Studierenden entstanden, die auf einen Praktikumsplatz im Kölner Chemischen Institut warteten.

Da die Zahl der Praktikumsplätze auch nach dem Bezug von Haus I im Januar 1954 bei weitem nicht ausreichte, war der 1949 als Nachfolger von Prof. Hacker aus Göttingen nach Köln berufene Prof. Franz Fehér gezwungen, als Abteilungsvorstand für Analytisch-Anorganische Chemie eine große Zahl von höhersemestrigen Praktikumsbewerbern, die im Losverfahren bisher keinen Praktikumsplatz erhalten hatten, endgültig abzuweisen.

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